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Reinickendorf: Grüne Schönheit im Norden

Seen, Wälder, historische Dörfer und ein zukunftsweisendes neues Stadtquartier: Der Berliner Bezirk Reinickendorf bietet das alles und noch viel mehr. Wo Alexander von Humboldt einst die Natur entdeckte, Lokomotiven für ganz Europa produziert wurden und bis vor kurzem Flugzeuge aus aller Welt landeten, liegt heute ein aufstrebendes Wohngebiet. Was Reinickendorf ausmacht und was künftig geplant ist, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

 

 

 

 

Inhalts­verzeichnis

Reinickendorf liegt im Nordwesten Berlins und erstreckt sich als nördliche Verlängerung von Charlottenburg-Wilmersdorf an der Havel entlang. Es teilt sich außerdem eine Grenze mit Pankow, Mitte und Spandau. Reinickendorf ist mit rund 266.000 Einwohnern einer der am dünnsten besiedelten Bezirke Hauptstadt.

Seen und Wälder: Reinickendorfs Aushängeschild

 

Die Natur Reinickendorfs zieht Menschen aus ganz Berlin in den Bezirk im Nordwesten. Rund ein Fünftel seiner Fläche ist mit Wald bedeckt, ein Großteil entfällt auf den Tegeler Forst. Er ist ein Landschaftsschutzgebiet mit vielen Wander- und Spazierwegen sowie einem Wildgehege. Im Tegeler Forst stehen sowohl der größte als auch der älteste Baum Berlins.

 

Ein weiteres Natur-Highlight Reinickendorfs ist der Tegeler See. Nach dem Müggelsee ist er der zweitgrößte See Berlins. Er bietet Freizeitvergnügen für jeden Geschmack. An verschiedenen Badestellen lässt sich im Sommer das kühle Nass genießen, auch Wassersportler kommen auf ihre Kosten. Spazierwege und ein Fahrradrundweg führen um den See herum.

 

Mediterranes Feeling zaubert die Greenwich Promenade am Tegeler See in Alt-Tegel. An der Schiffsanlegestelle starten Ausflugsdampfer zu Fahrten über den See und die Havel, und ein hübscher Spazierweg führt am Ufer entlang. Ausflugslokale und Cafés laden direkt am See zum Verweilen ein.

 

Die Reinickendorfer Natur hat zudem einen der größten Naturforscher des 19. Jahrhunderts inspiriert. Alexander von Humboldt gilt als einer wichtigsten Forscher seiner Zeit. Er wuchs im Schloss Tegel auf, das sich heute noch in Privatbesitz der Familie Humboldt befindet. Sein Bruder, Wilhelm von Humboldt, war Bildungsreformer und Sprachwissenschaftler und gründete die Humboldt Universität Berlin.

Vielseitige Architektur

 

Nicht nur die Natur, auch die Architektur in Reinickendorf ist vielseitig. Der Bezirk verzaubert mit historischen Stätten wie dem Dorf Lübars. Es ist das einzige erhaltene historische Dorf innerhalb der Stadtgrenzen Berlins. In dem alten Dorfkern sind noch viele Gebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Besucher können hier traditionelle Handwerkstechniken und landwirtschaftliche Techniken kennenlernen. Auch in Wittenau ist ein historischer Dorfkern erhalten geblieben: Zwischen alten Bäumen liegen historische Wohnhäuser und eine alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

 

Historische Denkmäler aus einer anderen Epoche finden sich in Tegel. Hier produzierte die Firma Borsig ab 1898 Lokomotiven, Dampfmaschinen und Kältemaschinen. Borsig war zeitweise der größte Lokomotivenproduzent Europas und der zweitgrößte der Welt. Das Unternehmen bot seinen Arbeitern auch Sozialleistungen und richtete unter anderem eine Krankenkasse ein. Die Borsig-Gruppe stellt auch heute noch Industriemaschinen her. Von den ehemaligen Werken sind der Borsigturm – eines der ersten Hochhäuser Berlins –, das Borsigtor und die Borsighallen erhalten, sie alle stehen unter Denkmalschutz.

Amüsiermeile und UNESCO-Weltkulturerbe

 

Die Hallen beherbergen heute ein Einkaufszentrum mit zahlreichen Geschäften, einer Bowling-Bahn und einem Kino. Die Borsighallen liegen ganz in der Nähe von Alt-Tegel, der quirligen Einkaufsstraße mit Geschäften, Bars und Restaurants in dem gleichnamigen Ortsteil. Die Straße führt um See mit der Greenwich-Promenade.

 

Des Weiteren gibt es in Reinickendorf mit dem Märkischen Viertel eine Hochhaussiedlung aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Aus den 1920er Jahren stammt die Siedlung Schillerpromenade, die sogenannte Weiße Stadt. Die in strahlendem Weiß gestrichenen Häuserzeilen umfassen insgesamt 1.600 Wohnungen. Seit 2008 zählt die Siedlung, als Siedlung der Berliner Moderne, zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

In Frohnau hingegen, ganz im Norden Reinickendorfs gelegen, herrscht ein gutbürgerliches Flair. Mit dem hübschen Ortskern, symmetrisch angelegten Parkanlagen und gepflegten Villen wirkt der Ortsteil fast wie ein Kurort. Kleine Geschäfte und gemütliche Cafés laden zum Stöbern und Verweilen ein.

Wo Berlin noch Berlin ist

 

Touristen besuchen Reinickendorf dennoch eher selten. Und auch Neu-Berliner ziehen meist in andere Gegenden der Hauptstadt. Selbst jene, die um Mitte und die Trendviertel wie Kreuzberg und Prenzlauer Berg einen Bogen machen, landen eher im Wedding und in Lichtenberg als in Reinickendorf. Das Ergebnis: Alteigengesessene sind hier meist unter sich. Der Bezirk hat den Ruf, dass Berlin hier noch Berlin ist. Das zeigen auch die Geschäfte und die Gastronomie: Sie sind eher bodenständig als hip.

Reinickendorfer Wohnungsmarkt im Aufwärtstrend

 

Doch Reinickendorf befindet sich im Wandel. Der Bezirk erscheint immer häufiger auf dem Radar von Hauptstadtbewohnern erscheint, die innerhalb der Stadt umziehen möchten. Bei der Binnenwanderung verzeichnet Reinickendorf bereits heute einen positiven Saldo.

 

Die Wohnungsmarktdaten spiegelt die hohe Nachfrage nach Wohnraum. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen in Reinickendorf sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent gestiegen. Das zeigt der Wohnungsmarktreport 2021 von dem Maklerunternehmen CBRE und der Berlin Hyp, einer Bank für gewerbliche Immobilienfinanzierung. Demnach ist die Reinickendorfer Steigerungsrate eine der höchsten im Vergleich der Bezirke. Berlinweit liegt sie bis 7,4 Prozent.

Gute Einstiegschancen für Investoren

 

Gleichzeitig liegt das Preisniveau in Reinickendorf derzeit noch vergleichsweise niedrig: Im Mittel kostet eine Eigentumswohnung (Angebotspreis) 3.842 Euro pro Quadratmeter. Und damit deutlich weniger als im Berliner Mittel von 4.973 Euro pro Quadratmeter. Das vergleichsweise niedrige Preisniveau bietet gute Einstiegschancen für Investoren.

Hohe Preise in unter anderem in Frohnau und am Wasser

 

Alle zwei Jahre untersuchen die Autoren des Wohnungsmarktreports die Mieten und Kaufpreise Berlins nach Postleitzahlengebieten. Der Report von 2020 zeigt: Die höchsten Angebotspreise in Reinickendorf werden rund um den (ehemaligen) Flughafen aufgerufen, im Mittel liegen sie zwischen 5.500 und 5.999 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls hohe Preise werden in Frohnau, Heiligensee, Hermsdorf, am Tegeler See und an der Havel gefordert (4.500 bis 4.999 Euro pro Quadratmeter).

 

Ähnlich verhält es sich mit den Mietpreisen: Die höchsten Mieten in Reinickendorf werden dem Wohnungsmarktreport von 2020 zufolge in Frohnau, Heiligensee, Hermsdorf, am Tegeler See und rund um den (ehemaligen) Flughafen fällig. Der Report nennt Angebotsmieten zwischen 10 und 12 Euro pro Quadratmeter im Mittel. Die Autoren der Studie weisen aber darauf hin, dass die Angaben der Mieten durch die Mietpreisbremse eventuell verzerrt wurden.

Gute Prognosen für Reinickendorf

 

Die Zahlen zeigen auch, wie heterogen der Reinickendorfer Wohnungsmarkt ist. Dem Report von 2020 nach liegt in Reinickendorf sowohl einer der Berliner Ortsteile mit den niedrigsten Durchschnittsmieten (Märkisches Viertel West) als auch einer derjenigen mit der höchsten Kaufkraft (Frohnau).

 

Die Aussichten sind indes gut: Die Bevölkerungsprognose bis 2030 ist positiv. Die Nachnutzung des Flughafens mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen dürfte ebenfalls für eine hohe Nachfrage nach Wohnraum sorgen.

Reinickendorf nach TXL: Chance durch Schließung

 

Über Reinickendorf lässt sich nicht berichten, ohne über den Flughafen TXL zu berichten. Der Hauptstadtflughafen bestimmte jahrzehntelang das Leben in Reinickendorf; vor allem die Anwohner im Süden des Bezirks litten unter Fluglärm. Im November 2020 schloss der Flughafen, der neue Hauptstadtflughafen BER löst ihn ab. Damit gewinnt Reinickendorf an Ruhe – und weiter an Attraktivität als Wohngebiet.

Ein neues Quartier auf dem TXL-Gelände

 

Pläne für die weitere Nutzung des Geländes stehen bereits fest: Mit dem Schumacher Quartier soll dort ein neues Stadtquartier für 10.000 Menschen entstehen. 5.000 Wohnungen sowie Kitas, Schulen und Geschäfte sind geplant. Es soll ein smartes, nachhaltiges und sozial gemischtes Wohnviertel werden. 40 Prozent der Wohnungen sollen mit Sozialbindung entstehen. Außerdem sind zwei weitere, kleine Quartiere namens Cité Pasteur und TXL Nord geplant. Hier werden weitere 4.000 Wohnungen gebaut werden. Der ehemalige Berliner Bürgermeister Michael Müller sprach bei dem Projekt von einer Modellstadt, einer Stadt der Zukunft.

 

In direkter Nachbarschaft zum Schumacher Quartier soll mit The Urban Tech Republic ein Forschungs- und Industriepark entstehen. Hier werden 1.000 Unternehmen und Institute mit rund 20.000 Mitarbeitern an urbanen Technologien forschen. Es geht um Themen wie nachhaltiges Bauen, Recycling und umweltschonende Mobilität. Kürzlich wurde bekannt, dass auf dem Gelände ein Pilotprojekt mit selbstfahrenden Bussen starten soll. Die autonomen Fahrzeuge sollen die Mitarbeiter der Baufirmen zu den Baustellen bringen.

 

Die Umgestaltung und Nachnutzung des Flughafengeländes ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Insbesondere das neue, nachhaltige Stadtquartier hat auch internationale Aufmerksamkeit erregt. Dem rbb zufolge haben Stadtplaner aus Singapur, wo ein ähnliches Projekt geplant ist, bereits an Workshops in Berlin teilgenommen.

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