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KfW 55 Effizienzhaus Standard: Was sich dahinter verbirgt

Mittlerweile hat die KfW verschiedene Standards für den Hausbau und die Sanierung von Wohneinheiten entwickelt, von denen die Förderung für die einzelne Immobilie abhängt. Lesen Sie in diesem Beitrag alles zum KfW-55-Effizienzhaus Standard und wie Sie beim Hauskauf oder Sanieren von Immobilien in den Genuss einer Förderung kommen.

Inhalts­verzeichnis

Durch energieeffizientes Bauen kann der Energiebedarf einer Wohneinheit deutlich minimiert werden. Dies bringt natürlich einige Vorteile mit sich. Der KfW-Effizienzhaus 55 Standard geht sowohl mit finanziellen Vorteilen als auch mit Vorteilen für die Umwelt einher. Denn mit einem geringeren Ressourcenverbrauch sinken die Energiekosten des Haushalts. Als Bauherr oder Käufer einer energieeffizienten Immobilie nach KfW-55-Standard profitieren Sie bei der Immobilienfinanzierung von niedrigen Zinsen und einem Tilgungszuschuss. Allgemein gilt: Je höher der energetische Standard ist, desto höher fällt auch die Förderung aus.

Höherer Zuschuss für die eigenen 4 Wände in der Klasse KfW-Effizienzhaus 55

Im September 2019 hatte die Bundesregierung gesetzlich verbindliche Klimaziele beschlossen. Wohnen soll klimafreundlicher werden. Eine Maßnahme, die beim Erwerb eines Einfamilienhauses (auch Reihenhaus und Doppelhaushälfte) oder einer Neubauwohnung greift, betrifft einen höheren Tilgungs- und Investitionszuschuss für Gebäude mit einer Einstufung als KfW-Effizienzhaus 55.

Wie hoch ist der neue Tilgungszuschuss in der Kategorie KfW-Effizienzhaus 55?

Als Privatperson können Sie seit dem 24. Januar 2020 von höheren Tilgungszuschüssen beim Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Hausesprofitieren: KfW-Programm Energieeffizient Bauen (Kredit 153). Wenn Sie die Immobilie/Eigentumswohnung selbst nutzen, dann kann das Förderprodukt mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm kombiniert werden. Beim Wohneigentumsprogramm (Kredit 124) vergibt die KfW Förderkredite bis 100.000 € ab 0,75 Prozent effektivem Jahreszins (Stand: 14.2.2020) – für Selbstnutzer.

 

Für den Tilgungszuschuss zum KfW-Effizienzhaus 55, unabhängig ob Selbstnutzer oder Kapitalanleger, müssen Sie Ersterwerber einer neu errichteten Wohnimmobilie sein. Bei einem Wohngebäude mit KfW-Kennzeichnung KfW-Effizienzhaus 55 kann der Tilgungszuschuss bis zu 18.000 € pro Wohneinheit betragen – dies entspricht 15 Prozent eines maximalen Kreditbetrags von 120.000 € . Der Kreditbetrag kann über eine Laufzeit von 10, 20 oder 30 Jahren zurückgezahlt werden. Der Tilgungszuschuss (maximal 18.000 €) reduziert die Darlehenshöhe und verkürzt die Laufzeit. Sie sparen bares Geld!

Beim Erwerb einer Neubau-Eigentumswohnung macht die KfW folgenden Hinweis zur Grundlage für den Tilgungszuschuss:

„Im Kaufvertrag muss eine Klausel zur Haftung des Verkäufers für die Einhaltung des angegebenen KfW-Effizienzhaus-Standards enthalten sein.“ 

Die Anforderungen für eine Einstufung als KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt Best Place bei den meisten Neubau-Projekten. Somit können Erwerber von der staatlichen Förderung profitieren.

KfW und KfW 55 – was dahinter steckt

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, hat im Laufe der Zeit verschiedene Standards in Sachen Energieeffizienz aufgestellt. Mit der Neugründung im Jahr 1948, hat die KfW-Bank sich das Ziel gesetzt, den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu finanzieren. Mit den Jahren hat die KfW ein breites Förderungsprogramm etabliert, unter anderem auch für den Bereich Bauen, Wohnen und Energiesparen. Speziell im Bereich des energieeffizienten Bauens und Sanierens wurde als Kreditvergabekriterium das KfW-Effizienzhaus definiert. Anhand der Nummer der KfW-Kennzeichnung, in diesem Fall die 55, kann man den Primärenergiebedarf erkennen. Diese steht für den Verbrauch an Kilowattstunden pro Jahr. KfW 55 stellt somit eine Bauweise dar, die besonders energieeffizient ist. Hier gilt grundsätzlich die Regelung: Je kleiner die Kennzahl, desto niedriger der Energiebedarf und desto höher die Förderung.

Die passende KfW-Kennzeichnung setzt sich aus zwei wichtigen Bemessungskriterien zusammen: dem jährlichen Primärenergiebedarf und dem Transmissionswärmeverlust des Gebäudes. Hierbei gibt der Primärenergiebedarf die Energiemenge an, welche erforderlich ist, um den gesamten Energiebedarf einer Immobilie zu decken. Der Transmissionswärmeverlust hingegen bezieht sich auf die Energiemenge, die bei einer beheizten Immobilie nach außen verloren geht. Für beide Referenzgrößen wurde von der Bundesregierung in der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, ein Höchstwert für Neubauten festgelegt. Dieser festgelegte Wert dient als Grundlage für das Bestimmen der KfW-Klassifizierung. Das Effizienzhaus 100 bildet hierbei den Standard, der vom Gesetzgeber über die EnEV vorgeschrieben ist und beim Neubau eingehalten werden muss.

KfW 55 Standard im Vergleich zu den übrigen KfW-Effizienzhaus Standards

Quelle: Deutsche Energie Agentur GmbH (dena)

EnEV oder KfW: Was gehört zusammen?

Beim Kauf einer schlüsselfertigen Neubauwohnung oder eines Eigenheims erhalten Sie vom Bauträger bzw. Verkäufer alle notwendigen Unterlagen zur vorhandenen KfW-Effizienzhaus-Klasse. Grundlage hierfür bildet die Energiesparvorordnung (EnEV), wobei die Energieeffizienz nach KfW-Standard bei einem Neubau ressourcenschonender ist als nach EnEV. Den Hintergrund für die EnEV bildet laut Gabler Wirtschaftslexikon:

„Die erste Energieeinsparverordnung ist zum 1.2.2002 in Kraft getreten. Der Gesetzgeber hat in dieser Verordnung die frühere Wärmeschutzverordnung und die Heizanlagenverordnung zusammengefasst. Damit sollten die großen Energieeinsparpotenziale bei der Beheizung von Gebäuden genutzt werden. Die Wärmedämmung bei Neubauten sollte mit einer gut durchdachten Anlagenplanung und -steuerung verbunden werden.“ (Autor Helmut Keller, Gabler, Stand: 13.2.2020)    

Seither wurde die erste EnEV mehrmals überarbeitet (EnEV 2007, EnEV 2009, EnEV 2014 bzw. EnEV 2016). Die Mindeststandards werden bei vielen Neubauten übertroffen. Zukünftig wird es weitere Änderungen geben, denn im Oktober 2019 hatte die Bundesregierung das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Damit soll die europäische Gebäudeeffizienz-Richtlinie  umsetzt werden. In Deutschland wird kein neues Wohngebäude ohne die Erfüllung von EnEV-Standards errichtet. Wer die Standards der EnEV nicht einhält, der kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 € rechnen.

 

Wie erfolgt die Einstufung in die richtige KfW-Energieeffizienz-Klasse?

Die KfW hat auf ihren Online-Seiten das Dokument: „KfW Effizienzhaus-Check zur Online Bestätigung“. Über dieses Formular können Architekten und Bauherren bzw. Bauträger die Energieeffizienz-Klasse beantragen.

Anforderungen an den Energiebedarf

Es gibt verschiedene Maßnahmen, welche getroffen werden können, damit ein KfW-Effizienzhaus Standard erreicht wird und somit eine Förderung bewilligt werden kann. Hierfür können zum Beispiel bauliche sowie verschiedene anlagetechnische Maßnahmen näher untersucht werden, um den gewünschten energieeffizienten Standard zu erreichen. Speziell für das KfW-Energieeffizienzhaus 55 müssen folgende Maßnahmen getroffen werden, um den vorgegebenen Anforderungen gerecht zu werden:

  • Außenwand- und Dachdämmung
  • Wärmepumpe oder Heizung: hier Biomasse- bzw. Holzpelletheizung
  • Gut geregelte Lüftungsanlage
  • Solaranlage für Trinkwassererwärmung
  • Fenster mit Dreifachverglasung und speziellen Rahmen

All diese Maßnahmen sind ausschlaggebend, um einen möglichst geringen Wärmeverlust zu garantieren. Durch diese festgelegten Ziele und Bestimmungen fällt die für höhere KfW-Klassifizierungen benötigte Heizenergie wesentlich geringer aus. Die Besonderheit besteht darin, dass die Immobilie passiv beheizt wird. Dies geschieht durch die abgegebene Wärme der Bewohner und der Geräte sowie der Sonneneinstrahlung.

Die Erfüllung des KfW-55-Standards verbessert die Energieeffizienz und führt dazu, dass auch erneuerbare Energien eingesetzt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass diese aufgeführten Maßnahmen nicht als abschließend zu betrachten sind, sondern als Teil eines energieeffizienten Gesamtkonzeptes gelten.

Vorteile durch KfW 55

Das energieeffiziente Gesamtkonzept vom Effizienzhaus 55 bringt attraktive Vorteile mit sich. Die zu treffenden Maßnahmen für den Standard von dem KfW 55 Effizienzhaus führen zu einem verringerten Wärmeverlust. Hierfür ist vor allem eine gute Dämmung ausschlaggebend. Dadurch werden Energiekosten erheblich gesenkt und können somit von dem Nutzer eingespart werden. Durch eine möglichst energieeffiziente Bauweise oder Sanierung einer Wohnanlage steigt ebenfalls der Gesamtwert der Immobilie. Doch diese Bauweise trägt nicht nur zu finanziellen Vorteilen bei, sondern erhöht den gesamten Wohnkomfort.

Einer der KfW 55 Standards besteht aus einem umfangreichen Belüftungskonzept, welches eine gesundheits- und wohnraumklimafördernde Belüftung garantiert. Bewohner von Effizienzhaus 55-Anlagen profitieren zunehmend von dieser Bauweise. Der KfW 55 Standard fördert ein umweltbewussteres Leben und steigert somit die Wohn- und Lebensqualität. Es lohnt sich also, die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu nutzen und somit umweltbewusster zu handeln.

Finanzierungs­möglichkeiten

Anträge auf eine KfW-Förderung können von Ersterwerbern von neu errichteten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen gestellt werden. Ebenfalls können alle Träger von Investitionsmaßnahmen von Neubauten, ob als Selbstnutzer oder Kapitalanleger, einen Antrag auf eine KfW-Förderung stellen. Zu beachten ist, dass die Darlehen der KfW nicht direkt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt werden können, sondern bei Ihrer Hausbank.

Sie erhalten eine qualifizierte Baubegleitung durch einen Energieberater. Der Energieberater koordiniert die Beantragung und übernimmt jegliche Kommunikation zwischen Ihrer Bank und der KfW und unterstützt Sie bei Fragen rund um die KfW-Effizienzhaus Förderung und das Darlehen. Ein Antragsteller hat verschiedene Laufzeitvarianten zur Auswahl:

  • Bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 2 Tilgungsfreijahren
  • Bis zu 20 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 3 Tilgungsfreijahren
  • Bis zu 30 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 5 Tilgungsfreijahren
  • Bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit mit vollständiger Tilgung zum Laufzeitende

Während der tilgungsfreien Jahre müssen lediglich die monatlichen Zinsen auf die abgerufenen Kreditbeträge gezahlt werden. Nach Ablauf der tilgungsfreien Jahre muss der Kredit in monatlichen Annuitäten zurückgezahlt werden. Mit dem Energieberater wird auch schon bereits mit Abschluss des Kredits der anfällige Zinssatz für die ersten 10 Jahre festgeschrieben. Der Tilgungszuschuss, sprich die Gutschrift auf den valutierenden Kreditbetrag, unterscheidet sich je nach KfW Standard.

Besonders interessant: Wenn Sie als Kapitalanleger gleich mehrere Wohnungen in einem Neubauprojekt kaufen, bekommen Sie für jede einzelne Wohnung einen günstigen KfW-Kredit. Diesen Vorteil haben zum Beispiel viele Käufer in unserem Projekt FOX CUBE bereits genutzt.

Fazit

Die KfW-55-Förderung bringt so einige Vorteile mit sich. Mit der richtigen Wahl einer Immobilie, welche nach dem Standard vom Effizienzhaus erbaut wurde, trägt man zum ökologischen Wohlbefinden bei. Durch eine gute Dämmung, einer Wärmepumpe, einer Heizung, welche den Biomasse- bzw. Holzpelletheizung-Standard entspricht und einer gut ausgebauten Lüftungsanlage spart man Heizkosten ein. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass beim Hausbau oder einer Sanierung von Bestandsobjekten der KfW-55-Standard erreicht werden kann, wobei die Kennzahl stets den Energiebedarf angibt. KfW-55 ist somit eine sehr energieeffiziente Bauweise und bietet ein hohes Förderungspotenzial.

Bei der Immobilienfinanzierung kann ein KfW-Produkt bares Geld sparen. Im Rahmen des Ersterwerbs einer Neubau-Eigentumswohnung oder eines Eigenheims mit der Klassifizierung KfW-Energieeffizienz 55 kann der Tilgungszuschuss zu einem KfW-Kredit bis zu 18.000 € betragen. Dazu bietet die KfW günstige Kredite für Immobilienkäufer an, die mit klassischen Bank-Darlehen kombiniert werden können. Generell erfolgt die Beantragung eines KfW-Kredits über die Hausbank des Käufers und nicht direkt bei der KfW. Die KfW ist die staatliche Förderbank und einige Banken geben auf KfW-Darlehen noch zusätzliche Rabatte auf die angebotenen Zinsen. Ferner bietet die KfW regionale Fördermittel an.

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