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KfW 55 Effizienzhaus Standard: Was das bedeutet und wie Immobilienkäufer profitieren

Wer sich über den Kauf einer Wohnimmobilie informiert, stößt früher oder später auf den Begriff KfW-Effizienzhaus 55. Es ist einer der Standards der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), an denen sich eine mögliche finanzielle Förderung bemisst. Lesen Sie in diesem Beitrag alles zum Standard KfW-Effizienzhaus 55 und wie Sie beim Immobilienkauf in den Genuss einer Förderung kommen.

 

Inhalts­verzeichnis

Energieeffizient bauen liegt im Trend. Und auch wenn die energetischen Anforderungen an Neubaugebäude immer weiter steigen, lohnt sich eine Investition in eine Immobilie, die höhere Energieeffizienz-Standards erfüllt. Ein KfW-Effizienzhaus 55 etwa schont nicht nur die Umwelt, sondern lohnt sich auch finanziell. Käufer können staatliche Förderung erhalten, was den Kaufpreis effektiv reduziert.

BEG: Geld vom Bund für energieeffiziente Gebäude

Mit der KfW-Förderung möchte die Bundesregierung private Bauherren und Eigentümer dabei unterstützen, ihr Gebäude energieeffizient zu bauen oder zu sanieren oder ein energieeffizientes Wohngebäude zu kaufen. Der Gebäudebestand muss energieeffizienter werden, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht.

 

Die Bundesregierung möchte die klimaschädlichen Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 67 Prozent reduzieren. Bis 2050 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral sein. Derzeit entfallen rund 25 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland auf den Gebäudesektor.

Bauherren, Käufer oder Eigentümer können die sogenannte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für Häuser oder Wohnungen erhalten, die einen KfW-Effizienzhaus-Standard erfüllen. Die Förderung umfasst einen Kredit mit Tilgungszuschuss oder einen Investitionszuschuss. Wer eine Wohnimmobilie kauft, die den Standard erreicht, kann für den Kaufpreis also Förderung erhalten.

BEG können Käufer und Eigentümer erst seit dem 1. Juli 2021 beantragen. Sie löst die vorherigen Förderprogramme der KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ab.

 

KfW-Effizienzhaus-Standard: Maßstab für Energieeffizienz eines Gebäudes

KfW-Effizienzhaus ist ein Energieeffizienz-Standard für Wohn- und Nichtwohngebäude. Die KfW-Kennzeichnung setzt sich aus zwei Bemessungskriterien zusammen: dem jährlichen Primärenergiebedarf und dem Transmissionswärmeverlust des Gebäudes. Der Primärenergiebedarf entspricht dem Gesamtenergiebedarf des Gebäudes. Der Transmissionswärmeverlust bezieht sich auf die Energiemenge, die bei einer beheizten Immobilie nach außen verloren geht.

Der Vergleichswert ist der Energiebedarf und der Transmissionswärmeverlust eines Referenzgebäudes nach Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Es löst die Energieeinsparverordnung (EnEV) ab. Das Referenzgebäude ist ein Standardgebäude, das die Vorgaben der GEG einhält und mit Blick auf Grundriss und Energieeffizienz dem zu vergleichenden Gebäude entspricht.

Bei Neubau-Wohngebäuden unterscheidet die KfW drei Effizienzhausstufen: KfW Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus. Je kleiner die Kennzahl, desto geringer ist der Energieverbrauch des Hauses. Entsprechend besser ist seine Energieeffizienz – und entsprechend höher die mögliche Förderung.

Je kleiner die Kennzahl, desto geringer ist der Energieverbrauch des Hauses.  

KfW-Effizienzhaus-Stufen (Quelle: KfW)

KfW-Effizienzhaus 55 Standard: Primärenergiebedarf 55 Prozent des Vergleichsgebäudes

KfW-Effizienzhaus 55 benötigt nur 55 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes und kommt nur auf 70 Prozent des Transmissionswärmeverlustes. Welche Maßnahmen genau notwendig sind, damit ein Gebäude den KfW-Effizienzhaus-55-Standard erfüllt, hängt vom Einzelfall ab. Die KfW nennt als Beispiele folgende Voraussetzungen:

  • Fenster mit Dreifach­verglasung
  • Außenwand­dämmung: 18 cm
  • Dachdämmung: 24 cm
  • Kellerdämmung: 10 cm
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Anforderungen für eine Einstufung als KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt Best Place bei den meisten Neubauprojekten. Käufer können also von der staatlichen Förderung profitieren.

KfW-Energieeffizienzhaus 40 und 40 Plus: Besonders hohes Maß an Energieeffizienz

Kommt ein Gebäude mit 40 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes aus und beläuft sich der Transmissionswärmeverlust auf nur 55 Prozent, erfüllt das Gebäude den KfW-Effizienzhaus 40 Standard. Immobilienkäufer können dafür einen höheren Zuschuss bekommen. Welche Maßnahmen dafür genau notwendig sind, kommt auch hier auf das Gebäude an. Meist zählen dazu:

  • eine luftdichte Gebäudehülle
  • Zwei- oder Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung
  • Wärmedämmende Fensterrahmen
  • Sehr gute Wärmedämmung von Kellerdecke, Dach und Außenwänden

Ein KfW-Energieeffizienzhaus 40, das zusätzlich über:

  • eine stromerzeugende Anlage kombiniert mit einem stationären Batteriespeicher und
  • eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

verfügt, wird als Effizienzhaus 40 Plus eingestuft. Dann ist eine noch höhere Förderung möglich.

Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse: Zusätzliche Förderung möglich

Die Fördersumme kann steigen, wenn ein Neubau die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) erfüllt.  Das ist der Fall, wenn mindestens 55 Prozent des Energiebedarfs für Heizung oder Klimaanlage aus erneuerbaren Energien stammen. Für die Wärmeerzeugung kommen dann zum Beispiel die Wärmepumpe, Geothermie oder Solarenergie in Frage. Fernwärme ist ebenfalls möglich, wenn dabei 55 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Die Förderung fällt ebenfalls höher aus, wenn das Haus oder die Wohnung eine Nachhaltigkeitsklasse (NH-Klasse) erfüllt. Diese wird dann erreicht, wenn das Gebäude mit dem „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) zertifiziert wird, ein staatliches Qualitätssiegel. Es zeichnet Bauten aus, die bestimmte ökologische, ökonomische und soziokulturelle Anforderungen erfüllen. Dazu zählt der Schutz der Ökosysteme, Wirtschaftlichkeit und Kapitalerhalt sowie Teilhabe, Funktionalität und Sicherung der städtebaulichen Qualität.

Die EE-Klasse und die NH-Klasse können nicht miteinander kombiniert werden.

Expertenberatung, erneuerbare Energien, Brennstoffzellensystem: Förderung höher

Darüber hinaus bietet die KfW weitere Fördermöglichkeiten an. Eine noch höhere Förderung ist möglich, wenn das Haus oder die Wohnung eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten: Wer selbst baut, kann sich von einem Energieeffizienz-Experten und/oder einem Akustiker beraten und begleiten lassen. Die Zusammenarbeit mit einem Energieeffizienz-Experten ist sowieso verpflichtend, wenn Bauherren KfW-Förderung beantragen möchten.
  • Einbau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien
  • Einbau eine Brennstoffzellensystems

KfW-Effizienzhaus 55 Standard: Was muss ich tun, um die Förderung zu erhalten?

Interessenten können die Zuschüsse direkt im KfW-Zuschussportal beantragen. Das müssen sie tun, bevor sie einen Kauf- oder Leistungsvertrag unterschreiben.

Den Kredit beantragt der Finanzierungspartner für Käufer oder Bauherren.

Fazit: KfW-Effizienzhaus-55-Standard lohnt sich – für die Umwelt und finanziell

 Wer ein Haus oder eine Wohnung mit KfW-Effizienzhaus-55-Standard baut oder kauft, schont nicht nur die Umwelt – es kann sich auch finanziell auszahlen. Mit der KfW-Förderung können Käufer günstige Kredite mit Tilgungszuschuss oder Zuschüsse erhalten. Bereits für ein KfW-Effizienzhaus 55 ist ein Zuschuss von bis zu 18.000 Euro möglich. Verfügt das KfW-Effizienzhaus 55 zusätzlich über eine NH-Klasse oder eine EE-Klasse, steigt die Fördersumme sogar.

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